Sunday, December 17, 2006

Who Won The Fucking War, Anyway?


The most fashionable people in Bavaria, yesterday.


Pesky Boche.

I know I have sometimes gloated on here about my book, with its healthy royalties and widespread foreign sales. But hey - why not? It's my blog and you don't have to read it, you tossers. Nonetheless, in the interest of balance I feel I should confess that the German edition of my book has, just yesterday, received what is arguably the worst review in the history of Krautish journalism. The scathing critique was published in the august pages of Suddeutsche Zeitung, Bavaria's foremost newspaper.

Here it is, in its spleandour.


"Ich finde, du solltest es mal mit Internet-Dating probieren." Entrüstet schaut Sean Thomas seinen Chef Simon Geller an. Geller ist Redakteur der Zeitschrift Men"s Health in London, 37 Jahre alt wie Thomas, jedoch glücklich verheiratet.

Den Tipp empfindet Thomas als Affront, er meint zu wissen, was ihm sein Boss eigentlich sagen will: Er sei ein trauriger Fall.

Ein riesengroßer aussichtsloser Versager in Sachen Liebe. In seinem Men"s Health-Ego schwer beschädigt, tritt er die Flucht nach vorn an: ". . .das sind doch Freaks."

Das Argument lässt Geller kalt. Im Gegenteil, er setzt seinem Schützling die Pistole auf die Brust: "Du bist freier Journalist. Du arbeitest für uns. Und das ist ein Auftrag . . . Unsere Leser wollen Frauen kennenlernen, und du findest heraus, ob sie das online machen können!"

Das Ergebnis von Thomas" gründlicher Recherche - ein Jahr lang gönnt er sich für die Feldarbeit - kann man jetzt auf gut 300 Seiten nachlesen.

Funkelnd und erkenntnisgesättigt

Wer gemeint hat, nach der Lektüre besser zu verstehen, was die ungeschriebenen Regeln des Online-Datings sind, warum es sich so großer Beliebtheit erfreut und was es über die amouröse Befindlichkeit nicht nur der britischen Gesellschaft, sondern unserer globalisierten Welt aussagt - der Titel des Buches lautet "Millionen Frauen warten auf Dich" - sieht sich getäuscht.

Denn Thomas nutzt sein Buch in erster Linie nicht dazu, uns etwas über die Liebe in Zeiten des Internets zu erzählen, sondern über sein eigenes Liebesleben von der Pubertät bis in die Gegenwart.

Während wir über die virtuelle Beziehungsanbahnung bereits nach der Hälfte des Buches so funkelnd erkenntnisgesättigte Sätze lesen dürfen wie "War ich anfangs, vor drei Monaten, von der reinen Anzahl der Singlebörsen im Web überrascht, so bin ich jetzt völlig perplex angesichts der enormen Menge und Größe dieser Kontaktsites mit sexueller Ausrichtung", sind wir über die diesbezüglichen Präferenzen des Autors bestens informiert.

Das Problem ist nur: Wen interessieren 300 Seiten Liebeslust und Liebesfrust eines Men"s Health-Journalisten? Genau, niemanden. Sein Magazin-Artikel hätte ausgereicht.

Das eigene Ego streicheln

Und so hat man den Eindruck, Sean Thomas hat dieses Buch nur geschrieben, um sein Ego zu streicheln. Die Tatsache, dass er sich zu Beginn als "aussichtslosen Versager" hinstellt, entpuppt sich als plumpe Rhetorik, die ihn vor den überwiegend männlichen Lesern als unwiderstehliches Prachtexemplar seiner Spezies erscheinen lassen soll.

Denn mit stolzgeschwellter Brust erwähnt er am Ende seiner Intimgeständnisse die Gesamtzahl seiner weiblichen Eroberungen: "Sechzig, vielleicht siebzig, zählt man die Prostituierten mit".

Anschließend fragt er scheinheilig: "Wo lande ich da auf der Tabelle der Schlüpfrigkeit?" Natürlich landen Sie da weit vorne, Herr Thomas, so weit vorne, wie es Ihr Buch auf keiner Verkaufsliste schaffen sollte."


I trust no one can speak German. Take it from me - having done a Google translation - it's bad.

Funny thing is, though, there may be some truth in the adage All Publicity Is Good Publicity. This review was the lead review in one of Germany's biggest papers. OK it says I am an egotistical monster and my book is totally worthless and boring - but I've just noticed my German amazon rankings have shot up, albeit from a very low base - and right in the middle of the Christmas gift-buying season, too.

Frohliche Weinachten, Florian Welle!

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